Herausforderungen für die Elektromobilität


Informationsdefizit

Fast jeder hat vom Thema Elektromobilität schon einmal gehört. Das Thema der alternativen Antriebstechnologien geistert schon seit vielen Jahren durch die automobilen Fachzeitschriften und gelangt auch regelmäßig in die Tagespresse. Trotz dieser starken medialen Berichterstattung fühlt sich die große Mehrheit der Bevölkerung über die Chancen und Grenzen alternativer Antriebsmöglichkeiten nur unzureichend informiert, wie die Studie "FUTURE MOBILITY 2011" der Hochschule Aalen aufzeigen konnte. So geben je nach Antriebstechnologie zwischen 50 und 80% der Befragten an sich wenig bis gar nicht über den Antrieb via Hybrid, Elektromobilität oder Erdgas informiert zu fühlen. Die Tatsache, dass bis zu 83% der Befragten gleichzeitig angaben sich bei einer Fahrzeuganschaffung in den kommenden fünf Jahren mit diesen Antrieben auseinandersetzen zu wollen macht deutlich, dass hier nach wie vor ein Informationsdefizit vorherrscht.

Schwäbisch Gmünd, 2012

Interessante Erkenntnis der Studie FUTURE MOBILITY der Hochschule Aalen: Antworten auf die Frage »Ab welchem Benzin-/Diesel-Preis pro Liter würden Sie sich für den Kauf eines Fahrzeugs mit alternativem Antrieb entscheiden?«

Reichweite und Preis

"Zu teuer" und "nicht ausgereift" - das sind die Standardargumente, die Konsumenten derzeit am Kauf von Elektrofahrzeugen hindern. Insbesondere die begrenzte Reichweite von batterie-elektrischen Fahrzeugen scheint für einen Großteil der Konsumenten ein Problem zu sein. Die Tatsache, dass je nach Fahrzeugtyp und Batterieleistung nach 80-150km das Fahrzeug für mehrere Stunden wieder aufgeladen werden muss, schreckt viele Interessierte von vornherein ab. Dass die Reichweitendiskussion häufig mehr ein psychologisches denn ein realistisches Problem ist wird deutlich, wenn man berücksichtigt, dass man bei 90% der Fahrten eine Distanz von unter 100km zurücklegt und damit völlig im Rahmen der elektromobilen Reichweite bleibt. Ein weiterer Kritikpunkt ist die noch mangelhafte Ladeinfrastruktur. Tatsächlich besteht in diesem Bereich noch Handlungsbedarf. Gleichwohl wächst die Zahl der Ladestationen auch in der Fläche beständig, obwohl die Verkaufszahlen von Elektroautos derzeit noch deutlich unter den Erwartungen liegen. Zur Lösung dieses "Henne-Ei-Problems" sind also auch die Kommunen sowie die lokalen und regionalen Energieversorger gefragt. Schwäbisch Gmünd geht hier gemeinsam mit seinen Stadtwerken mit gutem Beispiel voran und sorgt bis zur Landesgartenschau 2014 für eine flächendeckende Ladeinfrastruktur im Stadtgebiet.

Ein reines Elektroauto ist heute noch kein vollwertiger Ersatz für das Erstfahrzeug in einem Haushalt. Dafür sind die Einschränkungen was Reichweite und Größe der Fahrzeuge angeht für die meisten Konsumenten noch zu groß. Hier scheinen Hybrid-Fahrzeuge (siehe Spezial - Hybrid Fahrzeuge), Fahrzeuge mit Gas-Antrieb oder in Zukunft auch Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb die bessere Wahl zu sein. Als Zweitfahrzeug für den städtischen bzw. suburbanen Raum ist ein batteriebetriebenes Elektrofahrzeug hingegen häufig die perfekte Wahl. Aufgrund der relativ kurzen Distanzen die hier zurückgelegt werden und der in Städten stetig wachsenden Ladeinfrastruktur erlaubt ein kompaktes Elektroauto hier eine völlig emissionsfreie Mobilität und wird damit für umweltbewusste Städter zur echten Mobilitätsalternative.

Tatsächlich liegen die Preise - zumindest für Elektroautos - noch deutlich höher als für ihre Pendants mit Verbrennungsmotor. Entsprechende Prämien für den Kauf eines E-Fahrzeugs wie diese sie in Frankreich, den USA oder Japan üblich sind, sind in Deutschland derzeit nicht geplant. Experten gehen jedoch davon aus, dass die Kosten für Elektrofahrzeuge in den nächsten Jahren deutlich sinken werden. Gleichzeitig wird massiv in die Forschung im Bereich der Batterietechnologien investiert um die Energiespeicherung, die nach wie vor sowohl was die Kosten als auch was das Entwicklungspotenzial angeht, als die größte Baustelle im Bereich der Elektromobilität gilt.

Energiewende

Ein weiterer ganz zentraler Aspekt ist die Produktion der zum Betrieb der Elektrofahrzeuge notwendigen Energie. Zwar fährt ein Elektroauto im Vergleich zum klassischen Verbrenner völlig emissionsfrei, der entstandene CO² Ausstoß bei der Herstellung der Fahrzeuge und seinen Komponenten - insbesondere der Batterie - liegt bei E-Fahrzeugen jedoch noch etwas höher als bei konventionellen Fahrzeugen. Um die gesamte CO² Bilanz des Stromers trotzdem auf sehr niedrigem Niveau zu halten, ist es zwingend erforderlich den zum Betrieb der E-Fahrzeuge notwendigen Strom aus regenerativen Energien zu gewinnen. Nur dann kann die Elektromobilität ihre immensen Vorteile im Bereich des CO²-Ausstoßes voll ausspielen. Die Elektromobilität ist also ein Teil des großen Puzzles Energiewende, welche von der Bundesregierung losgetreten wurde. Schwäbisch Gmünd ist hier vorne mit dabei sein und setzt mit dem Bau des landesweit zweitgrößten Solarparks auf der Mutlanger Heide Maßstäbe.

Es gibt noch eine ganze Reihe von Aufgaben zu lösen, ehe die Elektromobilität im Alltag der Menschen voll angekommen sein wird. Dass sie kommen wird ist jedoch sicher. Ebenso dass wir heute anfangen müssen uns auf diese Technologie der Zukunft einzurichten. Bis dahin gilt:

Gmünd macht (e-)mobil - machen Sie mit!

  Kurz-Information zur Studie FUTURE MOBILITY 2011 der Hochschule Aalen  (PDF-Datei, 0,30MB)