Pressemeldungen der Stadt Schwäbisch Gmünd

Oktober
09
2012
Stauferstädte blicken weit in die Zukunft. EMiS-Auftakt zur e-Mobilität - Energie- und Verkehrssektor wachsen zusammen

Die Elektromobilität verschmilzt in der Speichertechnologie die Wirtschaftszweige Automobil und Energieversorgung zu einer ganz neuen Wertschöpfungskette. Damit dieser globale Wandel im Alltag ankommt, gibt es lokale Förderprojekte wie EMiS. Vielleicht haben die rund 80 Akteure aus Wirtschaftsförderung, Lokalpolitik und heimischer Wirtschaft der Landkreise Göppingen und Ostalb am Montag, 1. Oktober, in der Göppinger Stadthalle Geschichte geschrieben...

Schwäbisch Gmünd (sv). Die Elektromobilität verschmilzt in der Speichertechnologie die Wirtschaftszweige Automobil und Energieversorgung zu einer ganz neuen Wertschöpfungskette. Damit dieser globale Wandel im Alltag ankommt, gibt es lokale Förderprojekte wie EMiS. Vielleicht haben die rund 80 Akteure aus Wirtschaftsförderung, Lokalpolitik und heimischer Wirtschaft der Landkreise Göppingen und Ostalb am Montag, 1. Oktober, in der Göppinger Stadthalle Geschichte geschrieben. Auf jeden Fall aber haben die neun Projektpartner von Elektromobilität im Stauferland (EMiS) und die interessierten Zuhörer, darunter etliche Fahrer strombetriebener Autos, tiefe Einblicke bekommen, wohin der technologische Wandel geht. „Die e-Technik ist schon heute funktionstüchtig“, rief Tilmann Wilhelm in den Saal. Woran es aber fehlt, so der Sprecher der NOW, einer GmbH der Bundesregierung zur Umsetzung der e-Mobilität, seien markttauglicher Kaufpreis und Akzeptanz der Bürger. Deshalb fördere NOW das lokale EMiS-Projekt. Denn hier werde die Zukunft außerhalb der Ballungszentren und in topographisch anspruchsvoller Lage sicht- und erlebbar. Tatsächlich verbindet das Gemeinschaftsprojekt EMiS die durch den Hohenstaufen mit seinen bis zu 13 Prozent Steigung getrennten Mittelzentren Göppingen und Schwäbisch Gmünd. Deren Oberbürgermeister Guido Till und Richard Arnold, die mit etlichen Gemeinderäten symbolkräftig an der Auftaktveranstaltung teilnahmen, haben sich über ihre Wirtschaftsförderer und Elektromobilitätsbeauftragten für das auf zwei Jahre angelegte Projekt stark gemacht. Franz Loogen, Geschäftsführer der Landesagentur für e-Mobilität, führte aus, weshalb diese kommunale Verzahnung so wichtig ist. Die Lebenszyklen von Handys etwa, die mit intelligenten Autos kommunizieren, lägen bei zwei, drei Jahren. Auch das Auto werde nach sechs Jahren ersetzt. Die kommunale Infrastruktur an Gebäuden und Straßen mit ihrer komplexen Versorgungstechnologie dagegen sei auf 30 und mehr Jahre ausgerichtet.
„Da ist es hilfreich, wenn Stadtplaner und kommunale Energieversorger einen Gesamtplan von der Zukunft haben. Denn die Weichen werden jetzt gestellt“, so Loogen, gerade weil Energie- und Verkehrssektor zu einer neuen Einheit verschmelzen. Das beginne bei der Lade-Infrastruktur für Elektrofahrzeuge im öffentlichen Raum und ende noch lange nicht beim Carsharing der Bürger, dessen Akzeptanz unter jungen Leuten auch im ländlichen Raum steigt. Projektpartner sind etwa die Energieversorgung Filstal (EVF) und die Stadtwerke Schwäbisch Gmünd zu deren Kernkompetenzen auch die Stromversorgung mit regenerativen Energien gehört. Elektromobilität kommt nur dann der Umwelt zugute, wenn der Strom aus erneuerbaren Energien stammt. Christine Kumpf führte aus, dass die Projektpartnerschaft der beiden kommunalen Energieversorger ganz neue Anforderungen an die Bezahl- und Abrechnungsfunktionen stellt. Laut der Göppinger Wirtschaftsfördererin sammeln beide Kommunalbetriebe nun Erfahrung, ihre bisher geschlossenen Systeme für den jeweiligen Partner zu öffnen. Dass dies in der Praxis geschieht, dafür sorgen die aktuell bislang 40 e-Autos im Kreis Göppingen und gut 30 e-Autos im Ostalbkreis, deren Fahrer künftig immer häufiger dies- oder jenseits des Hohenstaufens mit derselben Karte zahlen können sollen. Dasselbe gilt, auch im Freizeitbereich, für Pedelec- und e-Bike-Fahrer im Stauferland. Und weil vor allem Nutzer Anwendungsschwächen erkennen und in ihrem Umfeld die e-Akzeptanz erhöhen, sind mit der ETG in Göppingen und der GOA in Gmünd zwei Entsorger Projektpartner, die je mit einem Hybrid-Lkw Wertstoffe sammeln. So addieren sich viele Einzelfacetten zu einem Gesamtbild. Die Göppinger Wohnbau bringt sich in ihrem Neubauquartier „Stadtgarten“ für rund 100 Bewohner mit einem Carsharing-Konzept ein, das auf Elektroautos basiert. Entsprechend werden in der Tiefgarage Ladestationen eingerichtet und Parkflächen ausgewiesen. Eine wichtige Schnittstelle zu Handwerk und Industrie bildet der Elektrotechnikspezialist Heldele, der bundesweit mit 500 Mitarbeitern 20.000 Industriekunden betreut. Die Salacher haben eine interaktive Ladestation entwickelt, die nun auch bei EMiS zum Einsatz kommt. Der Mittelständler, der etwa Fabriken automatisiert oder Büro- und Parkhäuser digitalisiert, hat viele Schnittstellen zur regenerativen Energie und sammelt bereits selbst mit e-Smarts Erfahrungen im Flottenmanagement. Die Wirtschaftsförderung Göppingen ist Projektkoordinator und moderiert das EMiS-Projekt, dessen Komplexität in acht Bausteine zerlegt wurde. Dazu zählt die Öffentlichkeitsarbeit, um die Bürger 2013 und 2014 etwa bei Veranstaltungen in Göppingen und Gmünd zu informieren und neue Mitstreiter zu gewinnen. Dies erfolgt in engem Schulterschluss mit der Stadt Schwäbisch Gmünd. Alle Netzwerkpartner auf einen Blick: Die Städte Göppingen und Schwäbisch Gmünd, Wohnbau Göppingen GmbH (WGG), Energieversorgung Filstal (EVF), Stadtwerke Schwäbisch Gmünd, Heldele GmbH, Transport- und Entsorgungs GmbH (ETG), Gesellschaft des Ostalbkreises für Abfallwirtschaft (GOA) und das Städtebau Institut der Universität Stuttgart. www.emis-projekt.de .Das Projekt wird im Rahmen der „Modellregion Elektromobilität Region Stuttgart“ vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gefördert und von der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH unterstützt.

Kooperieren künftig intensiv: Die Netzwerkpartner (v.l.) Hermann Böhm (GOA), Rainer Steffens (Stadtwerke Gmünd), Aleksandra Pointke (Wirtschaftsförderung Göppingen), Bernd Forstreuter (Heldele GmbH), Dr. Wolfgang Rid (Städtebau Institut Uni Stuttgart), Guido Till (OB Göppingen), Richard Arnold (OB Schwäbisch Gmünd), Beate Schwarz (ETG GmbH), Dr. Martin Bernhart (EVF), Michael Schlichenmaier (Gmünd), Christine Kumpf (Wirtschaftsförderung Göppingen).

Referierten zum Auftakt in der Stadthalle (v.l.): Tilman Wilhelm (NOW), Holger Haas (WRS), Franz Loogen (e-mobilBW), Prof. Dr. Anna Nagl (HS Aalen), Guido Till (OB Göppingen), Richard Arnold (OB Gmünd), Christine Kumpf (Wirtschaftsförderung Göppingen)
 
 

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